😨 Obwohl seit jener unvergesslichen Nacht viele Monate vergangen sind, kann ich mich noch immer mit erstaunlicher Klarheit an jedes Detail erinnern, weil sich die Gefühle, die ich in diesen Stunden erlebte, dauerhaft in mein Gedächtnis eingebrannt haben.
Da Luna mehrere Jahre lang ein Teil meines Lebens gewesen war und mich in einigen meiner schwersten und einsamsten Momente begleitet hatte, sah ich sie niemals nur als Haustier, denn ihre Treue, ihre Zuneigung und ihre ständige Nähe hatten sie zu einem echten Familienmitglied gemacht.

Nachdem der Tierarzt bestätigt hatte, dass Luna Welpen erwartete, begann ich sofort voller Vorfreude mit den Vorbereitungen, weil ich mir immer wieder vorstellte, wie die Welpen aussehen würden und wie schön es sein würde, Luna zum ersten Mal als Mutter zu sehen.
Weil Chihuahuas sehr kleine Hunde sind und bei der Geburt Komplikationen auftreten können, verbrachte ich viele Stunden damit, über Trächtigkeit bei Hunden zu lesen, mit Tierärzten zu sprechen und Notfallpläne vorzubereiten.
Als die Geburt spät am Abend begann, verhielt sich Luna sofort anders als sonst, denn statt ruhig zu liegen, lief sie unruhig durch das Zimmer, ging immer wieder in ihr Nest hinein und wieder hinaus und sah mich mit verängstigten Augen an.

Während ich sanft ihren Kopf streichelte und versuchte, sie zu beruhigen, bemerkte ich, dass jede Wehe stärker wurde als die vorherige und dass jede Bewegung ihrem erschöpften Körper immer mehr Kraft abverlangte.
Als der erste Welpe geboren wurde, war die Erleichterung, die ich empfand, kaum zu beschreiben, denn der Anblick dieses winzigen Neugeborenen, das atmete, verwandelte meine Angst fast sofort in Glück.
Kurz darauf wurde auch der zweite Welpe ohne größere Schwierigkeiten geboren, und ich erlaubte mir endlich zu glauben, dass der schwerste Teil der Nacht vorbei war.
Leider dauerte diese Erleichterung nur wenige Minuten, denn Luna presste weiter, obwohl der zweite Welpe bereits geboren war, und dennoch geschah nichts.
Als die Minuten vergingen, wurde der Tierarzt ungewöhnlich still, und als ich sah, wie sich sein Gesichtsausdruck von ruhiger Konzentration zu sichtbarer Sorge veränderte, begann mein Herz heftig zu schlagen.

Schließlich wandte er sich mir zu und sagte:
„Der dritte Welpe kommt nicht heraus, und wir brauchen dringend Hilfe, weil weiteres Warten sowohl Luna als auch den Welpen ernsthaft gefährden könnte.“
In dem Moment, in dem diese Worte meine Ohren erreichten, fühlte es sich an, als wären alle Geräusche im Raum verschwunden, denn die Erkenntnis, dass Lunas Leben in Gefahr sein könnte, verdrängte jeden anderen Gedanken.
Während der Tierarzt die Notfallklinik kontaktierte, blieb ich neben Luna und versuchte verzweifelt, meine Angst zu verbergen, weil ich wollte, dass sie sich getröstet und nicht noch mehr verängstigt fühlte.
Nachdem wir sie vorsichtig in die Klinik gebracht hatten und das Tierarztteam sie sofort in den Operationsraum brachte, saß ich allein in einem hell beleuchteten Flur, in dem sich jede Minute endlos anfühlte.

Als sich die Tür zum Operationsraum endlich öffnete, kam der Tierarzt mit erschöpftem Gesichtsausdruck auf mich zu, doch dann bemerkte ich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht.
Er sagte mir, dass Luna die Operation überlebt hatte und dass auch der Welpe lebend gerettet worden war, obwohl er sehr schwach war.
Als ich später in jener Nacht neben Luna stand und zusah, wie sie friedlich ruhte, während drei winzige Welpen neben ihr schliefen, begriff ich, dass ich nicht einfach nur eine Geburt erlebt hatte, sondern einen Kampf ums Überleben.
Weil der kleinste Welpe in den folgenden Wochen langsam stärker wurde, nannte ich ihn Hope, denn jedes Mal, wenn ich ihn anschaue, erinnere ich mich an die Nacht, in der uns die Angst beinahe überwältigte und die Hoffnung sich dennoch weigerte zu verschwinden. ✨