TEIL 2: Ich dachte, es wäre nur eine weitere Badezeitroutine, bis ich unter Wasser schaute und etwas sah, das alles veränderte

Ich dachte, es wäre nur eine weitere Badezeitroutine, bis ich unter Wasser schaute und etwas sah, das alles veränderte… Ich hatte immer geglaubt, man könne das Weinen eines Kindes verstehen. Kinder weinen, wenn sie hungrig, müde oder ängstlich sind. Doch an diesem Tag wurde mir klar, dass manche Schreie keine eindeutige Erklärung haben…

Der Abend hatte wie jeder andere begonnen. Das Haus war in ein sanftes, warmes Licht getaucht, und der Duft von frisch gebrühtem Tee hing noch in der Küche. Mein Kleiner war schon ganz aufgeregt und wartete ungeduldig auf seinen Lieblingsmoment des Tages – das Baden.

Er hatte Wasser schon immer geliebt. Schon als Baby beruhigte ihn das Geräusch sofort. Ich pflegte zu scherzen, dass er nicht von dieser Welt stamme – dass er dem Wasser gehöre. Ich ließ die Badewanne einlaufen, gab sein Lieblings-Badeschaumbad hinzu und setzte seine kleine gelbe Ente hinein – die, die er nie losließ. Alles fühlte sich normal an. Alles… bis zu diesem Moment.

Er stieg ins Wasser und lächelte zuerst. Doch dann verschwand das Lächeln so plötzlich, dass ich es gar nicht richtig fassen konnte. Seine Augen weiteten sich, sein Atem ging schneller, und plötzlich fing er an zu weinen. Nicht nur weinen … er schrie. „Was ist los, mein Schatz?“, fragte ich und eilte näher. Ich hielt meine Hand ins Wasser, um die Temperatur zu prüfen. Es war völlig in Ordnung.

Er antwortete nicht. Er zeigte nur … direkt ins Wasser. Auf den Grund. Zuerst sah ich nichts. Nur Blasen, Spielzeug und die sanfte Bewegung des Wassers. Aber er weinte immer lauter, mit jeder Sekunde immer verängstigter. Da fing ich an zu spüren, dass etwas nicht stimmte.

„Was ist da …?“, flüsterte ich. Ich kniete mich hin, beugte mich näher und schaute tiefer ins Wasser … und da bemerkte ich es. Zuerst sah es aus wie ein Schatten. Etwas Dunkles, das sich mit dem Wasser bewegte. Aber dann … bewegte es sich. Nicht mit dem Wasser. Gegen das Wasser. Mein Herz raste.

Ich konzentrierte mich noch mehr. Das Wasser zitterte leicht, und durch den Schaum sah ich eine kleine, dunkle Gestalt. Es sah nicht aus wie ein Spielzeug. Es sah aus wie nichts, was ich jemals zuvor in unserem Badezimmer gesehen hatte. Und dann … bewegte es sich erneut. Ich erstarrte.

Einen Moment lang versuchte ich mir einzureden, dass ich mir das nur einbildete. Aber die Reaktion meines Kindes … diese Angst … die konnte nicht gespielt sein. Er sah dasselbe wie ich. Schnell hob ich ihn aus dem Wasser und drückte ihn fest an mich. Sein Körper zitterte. Seine Augen waren immer noch auf die Badewanne gerichtet, voller blankem Entsetzen.

Langsam trat ich wieder näher. Ich hatte jetzt Angst … aber ich musste verstehen, was das war. Ich streckte meine Hand ins Wasser. Und in dem Moment, als ich sie berührte … spürte ich etwas Kaltes. Nicht nur kühl – unnatürlich kalt. Es passte nicht zur Wärme des Wassers. Diese Kälte … fühlte sich lebendig an.

Instinktiv zog ich meine Hand zurück. Die Wasseroberfläche veränderte sich erneut, und für einen kurzen Moment hob sich diese dunkle Gestalt leicht … als wollte sie auftauchen. Ich schrie auf. Alles geschah in Sekundenschnelle. Ich schnappte mir ein Handtuch, wickelte mein Kind ein und stürmte aus dem Badezimmer, ohne mich umzudrehen.

Mein Herz raste, als würde es mir gleich aus der Brust springen. Ich schloss die Tür, setzte mich auf den Boden und versuchte zu begreifen, was gerade geschehen war. Ein paar Minuten später, als das Weinen meines Kindes etwas nachgelassen hatte, fasste ich den Mut, zurückzugehen.

Ich öffnete die Tür langsam. Das Badezimmer sah unverändert aus. Das Wasser war still. Keine Bewegung. Kein Schatten. Ich trat näher… und schaute hinein. Nichts. Nur Wasser, Blasen und die kleine gelbe Ente, die ruhig im Wasser trieb.

Ich stand lange da und suchte nach einem Anzeichen dafür, dass das, was ich sah, real war. Aber da war nichts. In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen. Am nächsten Tag ging ich wieder ins Badezimmer. Die Wanne war diesmal leer. Doch als ich näher kam, bemerkte ich etwas Seltsames am Boden…

Winzige, fast unsichtbare Spuren. Nicht menschlich. Kein Tier. Etwas… anderes. Und dann sah ich es. Einen langen Regenwurm, der wahrscheinlich durch die Rohre hineingelangt war. In diesem Moment ergab alles einen Sinn. Mein Kind hatte keine Angst vor dem Wasser.

Es hatte Angst vor dem, was es darin gefühlt hatte. Jetzt achte ich viel genauer auf jede emotionale Reaktion meines Kindes. Es badet immer noch gern. Aber ich spüre, dass sich etwas verändert hat. Es ist etwas in ihm, das ihn jetzt umgibt…

Jedes Mal, wenn es ins Wasser geht, bewegt es vorsichtig Hände und Füße – als suche es nach etwas…Etwas Ungesehenes. Und erst wenn er sich sicher fühlt, kann er sich endlich entspannen und sein Bad wieder genießen 😶‍🌫️💧

Hat dir der Artikel gefallen? Mit Freunden teilen: