Lange Zeit wollte ich der Stadt entfliehen – ohne den Grund dafür zu nennen.
Eines Morgens packte ich einfach meinen Rucksack, schaltete mein Handy aus und machte mich auf den Weg in die Berge.
Die ersten Stunden verliefen unspektakulär – Pfade, Steine, Vogelgezwitscher.
Doch dann fielen mir seltsame Details auf – dieselbe eingeritzte Markierung an mehreren Bäumen,
identisch mit einer, die ich einmal in einem alten Buch gesehen hatte.
Später fand ich einen Stein – warm, trotz der kalten Luft.
Und als ich den Eingang einer alten Höhle erreichte, raste mein Herzschlag plötzlich.
Ich hatte nie an Mysterien geglaubt, ging aber trotzdem hinein.
Was ich dort sah, werde ich nie vergessen.
Von diesem Tag an konnte ich die Welt nie wieder mit denselben Augen sehen.

Ich war nie jemand, der nach „spirituellen Erfahrungen“ sucht oder an Mysterien glaubt.
Ich wollte einfach nur Ruhe – fernab vom Lärm.
An diesem Tag war der Himmel bewölkt, die Luft feucht.
Die Sonne brach nur spärlich durch den Nebel.
Als ich dem Pfad folgte, bemerkte ich seltsame Markierungen an den Bäumen.
Sie sahen nicht aus wie Kratzer oder Tierspuren.
Sie wirkten absichtlich angebracht – mit Absicht.
Zuerst dachte ich mir nichts dabei, aber als ich die gleiche Markierung ein paar Meter später wiedersah, beschlich mich ein ungutes Gefühl.
Unter einem Moosfleck fand ich einen alten, dunklen Stein mit schwachen Gravuren.

Als ich ihn berührte, durchfuhr mich ein seltsames Gefühl – wie ein leichter elektrischer Schlag.
Alles schien noch normal, bis ich den Fuß des Berges erreichte.
Dort war eine Höhle – klein, aber tief genug, um etwas zu verbergen.
Nahe dem Eingang schimmerte etwas schwach.
Ich schaltete meine Taschenlampe ein, um genauer hinzusehen.
Die Wände waren mit denselben Zeichen bedeckt, die ich an den Bäumen gesehen hatte.
Das Licht spiegelte sich auf seltsame Weise von ihnen, als käme es von innen.
Ich trat näher.

In der Mitte, auf einem flachen Stein, lag ein metallischer Gegenstand – geformt wie ein Klingenfragment oder ein wissenschaftliches Instrument.
Er war nicht kalt.
Sobald ich ihn berührte, durchfuhr mich ein stechender Schmerz – als hätte sich etwas unter meiner Haut bewegt.
Ich verließ schnell die Höhle.
Die Sonne ging bereits unter.
Draußen war alles wie immer – dieselben Berge, dieselben Steine, derselbe Weg.

Aber ich spürte es – etwas hatte sich verändert.
In jener Nacht, zurück in der Stadt, konnte ich nicht schlafen.
Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, sah ich dieselben Markierungen – an den Wänden, der Tür, sogar im Spiegel.
Am nächsten Morgen versuchte ich, zum selben Ort zurückzukehren, aber die Spur, die ich zuvor gegangen war, war verschwunden.
Seit diesem Tag habe ich nicht mehr darüber gesprochen, was ich dort gefunden habe.

Ich versuche es gar nicht erst zu erklären.
Aber manchmal, wenn ich das Licht einschalte, flackert es – nur einmal – genau wie damals in der Höhle.
Und in diesem Moment wird mir klar, dass noch immer etwas in mir ist.